Irgendwie kam der erste April für mich in der letzten Jahren sehr überraschend. Ich war immer etwas in Stress, deswegen war meine Umgebungswahrnehmung auf irgendwelche Feierlichkeiten fixiert, also war’s immer “gefühlt” Anfang des Jahres, so irgendwann kurz nach Silvester. Und genau dann kam meistens der erste April. In diesem Jahr war es etwas anders, weil der erste April für mich in erster Linie den Anfang der beruflichen Laufbahn bedeutet. Aber zum Glück war keiner so schlau, mich reinzulegen. Käme heute überhaupt nicht gut, denn ich war den ganzen Tag wieder komplett in Gedanken versunken. Habe zumindest am Vormittag erfolgreich die bei Matthias vorhandene Leitung ausgenutzt und die Kündigungen für die alte Wohnung geschrieben. Immerhin etwas.
Die ganze Fahrt nach Hause dann war irgendwie absolut deprimierend. Ich hatte keine Lust mehr auf die Züge, ich hatte keinen Bock auf meinen vollen Rucksack, auf Fahrkarten und auf alles andere, was irgendwie im Moment von Relevanz ist. Einsamkeit. Pure Einsamkeit. Keine Freunde, keine Ansprechpartner, noch nichtmal Kollegen habe ich bisher. Da weiß man auf einmal die Freundschaften richtig zu schätzen, ich hatte einen wunderschönen Tag mit einem Freund verbracht und konnte auch zwischen Zug und Bus einen anderen anrufen. Das baut etwas auf, auch wenn’s mir innerlich eher nach Heulen wäre. Zuhause angekommen, gleich einen Brief und ein Haufen voll Werbung aus dem Briefkasten gefischt, nebenbei bemerkt, dass die gute Frau Vermieterin immer noch keine ordentlichen Schilder angebracht hatte, es klebte noch der handgeschriebener Zettel, den ich am Vorabend geklebt hatte. Er hatte nur schon deutliche Wasserspuren, mal schauen, wie lange er sich hält.
Aber um mal die Laune zusammenzufassen — irgendwie alles Scheiße.