Das böse Aufwachen

Nikolai Prokoschenko
31. März 2007, 13:03
 

Mir geht’s schlecht. Und das hängt hauptsächlich mit meiner neuen Wohnung zusammen. Vielleicht liegt’s daran, dass ich dort im Moment weder Internet noch ein vernünftiges Bett habe, aber ich fühle mich extrem unwohl. Die zweite Kuscheldecke hat relativ wenig gebracht, gegen morgen habe ich trotzdem gefroren. Und hinzu kommt noch, dass ich bestimmt eine halbe bis ganze Stunde wach gelegen habe, weil ich keine Klarheit im Kopf hatte. Ich kann den Montag gar nicht erwarten, weil ich dann endlich zur Arbeit darf und dann weiß ich wenigstens, was mich dort erwartet. Ich kann Ostern gar nicht erwarten, weil ich dann meine Sachen mit dem Auto von Lübeck nach Erlangen fahre und so vielleicht einen besseren Schlaf bekomme. Davon mal abgesehen, dass ich zu Ostern all die Leute sehen kann, die mir gut tun werden. So hoffentlich auch heute, denn ich fahre gerade zu Matthias nach München.

Aber es gab ja heute noch das Aufwachen. Ich bin ja in der Nacht tatsächlich noch eingeschlafen, später als gewollt, aber immerhin. Mein Kissen ist recht unbequem, die Decken nicht warm genug, darüber hinaus waren sie auch extrem elektrisiert, was sich nicht gerade angenehm anfühlte. Den Wecker im Handy hatte ich auf sieben gestellt, da ich um neun am Bahnhof sein wollte. Bin allerdings ohne Wecker aufgewacht und bevor ich noch feststellen konnte, warum ich überhaupt wach wurde, krachte das Bett unter mir zusammen! Es hat sich dann rausgestellt, dass die Halterungslöcher in der Bettwand (oder wie auch immer das heißt) rausgerissen wurden. Noch ein Gegenstand in dieser Wohnung, das kaputt oder nicht ordentlich ist, nach dem Kühlschrank, dem Herd, dem Duschkopf, welcher einfach nur merkwürdig ist, und der Klobrille, die an einer Stelle gebrochen und geklebt ist.

Insgesamt geht mir die Wohnung dementsprechend auf die Nerven, ich bin nur froh, wenn ich den größten Teil des Tages bei der Arbeit verbringen darf. Und ich werde natürlich auch die Vermieterin darüber informieren und vielleicht schaffe ich sogar, überzeugend genug einen Rücktritt vom Mietvertrag anzukündigen, denn mir ist gerade extrem danach. Vielleicht werde ich das aber auch nur beiläufig erwähnen, hängt ein bisschen davon ab, wie sie sich bei der Behebung der ganzen Probleme anstellt. In jedem Fall warte ich Ostern ab, dann werde ich wohl das Auto und meine ganzen Sachen haben und werde dann sehen, ob ich mir wohler fühle. Wenn nicht, geht eine Anzeige in die Zeitung und ich ziehe zum nächstmöglichen Zeitpunkt aus.

Achja, und da wäre noch der heutige Tag. Komme so gegen Mittag in München an, für den Abend hatte Matthias angeboten, mich in “?????????” auszuführen, die Oper läuft gerade in der Münchner Staatsoper. Werde mir noch gleich das Libretto zu Ende durchlesen, habe gestern Abend schon damit angefangen. Zum Glück ist die Oper in Russisch, werde wohl ausnahmsweise die Texte halbwegs verstehen können. Davor vielleicht etwas Vernünftiges essen, wäre ja auch nicht verkehrt nach all dem Fastfood der letzten Tage. Ich freue mich drauf, der Tag wird schöner als die drei Tage davor. Morgen Nachmittag bin ich dann wieder in Erlangen und kann meine Vermieterin nerven und die Tage bis Ostern zählen.